14
2011
Uhren Trends
Wir alle haben es erlebt und erlitten, entweder an uns selbst oder an Kollegen, Schulfreunden und Familienmitgliedern: unaussprechliche Scheußlichkeiten am Handgelenk, die als gemeinsamen Nenner ein digitales oder analoges Feld zum Zweck des Uhrzeitablesens aufweisen, auch unter dem Begrif “Armbanduhr” bekannt. Knallige Plastikarmbänder in Herrengröße für Freizeitjugendliche, zottelige Flechtbänder, die den Vorteil haben, dass sie sich auf absolut jedes Handgelenk schnallen lassen, dabei aber aussehen, als hätten sie ein Jahrzehnt als Zurrgurt auf einem Lastwagen Dienst getan, für praktisch eingestellte Menschen. Japanische Blechchronometer mit dem Charme eines Röntgenschaltbretts. Winzige ovale Zifferblätter mit Zirkoniaeinfassung für die aufstrebende Hausfrau und einstmals weiße Textilarmbänder, deren galoppierende Vergrauung von den Trägerinnen offenbar nicht bemerkt wird. Uhren Trends zum Wegschauen. Oh boy!
Heute können wir darüber lächeln. Längst haben Fachleute und Ästheten den Stümpern das Geschäft mit der mobilen Zeitablesung entrissen und das Rad der Uhren Trends um 180 Grad gedreht. Welch Erleichterung! Rechtzeitig wurde erkannt, dass unter den Uhrenkunden ein großes Potential nicht amüsierter Käufer schlummert, welches gern in ästhetische Uhren investieren würde, wenn es diese denn gäbe. So entstanden Uhren Trends.
In dieser Saison kommen vor allem Fans von Ethno und Natur auf ihre Kosten. Ob dieser Hype den Archäologen geschuldet ist, die seit der Verfilmung von Dan Browns “Sakrileg” über Bildschirme und durch Bücher geistern? Wie dem auch sei, jedenfalls erobern Sanskrit- und Keilschriftdesigns die Schaufenster. Gleich daneben suggerieren Tierhautoptik auf Ziffernblättern und Armbändern Wildlife in the City. Farben wie Khaki, Camel und Terra sind von der Kleidermode auf die Mode am Handgelenk übergesprungen und kombinieren sich hier zu interessanten Kreationen, gelegentlich auch im Camouflage-Look. Sauber aus Lederstreifen geflochtene Armbänder machen auch aus silbrig glänzenden Alleskönner-Chronometern kultivierte Begleiter ohne Metallgerassel.
Überhaupt sind die Uhren Trends in dieser Saison “soft”. Metall findet sich kaum als Protagonist, dafür müssen Kunden in den meisten Fällen die Vorjahrekollektion bemühen. Einzelne Kettenglieder ruhen auf ledernem Untergrund, eine Niete hier oder da durchbricht die Monotonie eines Unicolor-Armbands, das genügt. Bei den jungen Kollektionen wird an vielen Stellen, wo vorher Metall war, farbiger Kunststoff verwendet.
Trotzdem kommen bei den neuen Uhren Trends die Fans des Edlen nicht zu kurz. Denn die Lederkreationen der aktuellen Modelle sind absolut sauber verarbeitet, die Farben häufig klassisch. Matt polierte Metallgehäuse und mit Bedacht eingesetzte Schmucksteine sorgen auch bei viel Leder für gediegenes Aussehen. Elegante Analoguhren haben den oftmals kalt wirkenden digitalen Zeitmessern endlich den Rang abgelaufen. Selten waren Uhren Trends so schön.

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